Peter Bertau - Arbeiten über Lorenz Oken

 

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Inhaltsverzeichnis1. Lebensdaten
2. Einst berühmt
3.Okens Vogelsystematik
4. Eier und Nestbau
5. Bearbeitung 8 Eiertafeln
6. Bed. volkst. Vogelnamen
7. Bearbeitung Bildtafeln
8. Oken über Vögel
9. Beitrag zur Festschrift
10. Bildband Erwerb

 

 Anläßlich des 150.Todestages

 von

 Lorenz Oken

 am 15.8.2001

 schrieb ich eine

 kurze Abhandlung:

 

Lorenz Oken

- einst berühmt, heute (fast) vergessen

 

 die das

 Offenburger Tageblatt

im Mai 2001

auszugsweise abdruckte.

 

Lorenz Oken

- einst berühmt, heute (fast) vergessen

( von Peter Bertau )

Am 11. August 2001 jaehrt sich zum 150. Mal der Todestag von Lorenz Oken. Oken? Muss man ihn kennen?

Man muss nicht; und wenn man mal in Offenburg, wo es eine Oken-Strasse

und ein Oken-Gymnasium gibt, oder in seinem Geburtsort Bohlsbach, heute einem Offenburger Stadtteil, nachfragt, erhält man eher zoegernde oder "Ich weiss nicht"-Antworten. Das ist sehr schade, handelt es sich doch um einen Gelehrten, der sich selbst als Naturphilosophen bezeichnete und der sehr viel bewegt hat, mehr in den Naturwissenschaften als in der Naturphilosophie. Er war ueber alle Massen als Universitaetslehrer beliebt und geachtet und in allen gesellschaftlichen Kreisen wurde nur hochachtungsvoll über ihn gesprochen.

Auch ich habe über viele Jahre wenig über Lorenz Oken gewusst, obwohl ich schon sehr lange am Offenburger Oken-Gymnasium unterrichte. Als es an die Gestaltung der Feierlichkeiten anlaesslich des erwaehnten Todestages ging, meldete ich mich für ein Projekt. Punkt. Mir wuerde schon etwas einfallen. Und es fiel mir soviel ein, daß aus einem Projekt vier wurden und daß ich selber von Lorenz Oken so gefangen war, daß ich nicht wieder loskam und wohl auf absehbare Zeit nicht loskommen werde.

Wer war dieser Mann, der noch vor hundert Jahren so hochgeachtet war und den man vielleicht nur deshalb vergessen hat, weil er keine bahnbrechenden Entdeckungen gemacht hat?

Er war z.B. der, der Begriffe wie Nesthocker, Nestfluechter, Lurche oder Kerfe gepraegt hat, Begriffe, die heute jeder kennt. Er hat die Zelle entdeckt, aber wissenschaftlich nicht abgesichert. Theodor Schwann und Matthias Schleiden taten das viele Jahre später, 1838 und ernteten dafür ewigen Ruhm.

Oken hat in einem fruehen Werk über die Zeugung vor allen anderen erkannt, daß Eizelle und Spermium zu einer einzigen neuen Zelle verschmelzen, von der aus die Entwicklung zu einem neuen Lebewesen ihren Anfang nimmt. Ewiger Ruhm? Fehlanzeige. Wieder fehlte die wissenschaftliche Absicherung.

Und wie er zu ewigem Ruhm hätte kommen können! Mein Eindruck nach einem intensiven Oken-Jahr: Oken war ganz nahe dran an dem, was wir heute Evolutionslehre nennen. Es ist muessig, Wenns und Wenn-Nichts aufzuführen, etwas "Frust" bleibt trotzdem.

Der Philosoph Friedrich Engels hat Ende des 18. Jahrhunderts in deftiger Sprache über Oken gegrantelt: "Bei Oken tritt der Unsinn hervor, der ent- standen aus dem Dualismus zwischen Naturwissenschaft und Philosophie. Oken entdeckt auf dem Gedankenweg das Protoplasma und die Zelle, aber es fällt niemand ein, die Sache naturwissenschaftlich zu verfolgen - das Denken soll's leisten! Und als Protoplasma und Zelle entdeckt werden, ist Oken im allgemeinen Verschiss!"

Und noch jemand ging mit Oken, dessen Genie er bestimmt erkannt hatte, wohl gerade deshalb hart ins Gericht. Der beruehmte Chemiker Justus von Liebig setzte sich mit den Naturphilosophen um Schelling auseinander und nannte Oken einen von jenen "Schwindlern, die den ersten Grundsatz der Naturforschung und Philosophie, nur das Beweisbare und Bewiesene für wahr gelten zu lassen, auf die gewissenloseste Art verletzten."

Lorenz Oken wuchs unter aermlichsten Bedingungen im Dorf Bohlsbach auf, wo er 1779 unter dem Namen Laurentius Okenfuss getauft wurde ( den -fuss hat er später "verloren", schon 1802 nannte er sich erstmals Oken ). Mit viel Glueck und Unterstuetzung des Dorfpfarrers konnte der aussergewoehnlich begabte Junge die Schule in Offenburg besuchen und nach dem fruehen Tod seiner Eltern die in Baden-Baden.

Ab 1800 studierte er unter schwierigsten Bedingungen in Freiburg Medizin und Naturwissenschaften. 1804 schloss er mit der Promotion ab und ging zum Weiterstudium nach Wuerzburg, wo er sich dem Naturphilosophen Friedrich Wilhelm Schelling anschloß. In dieser Zeit erschien "Die Zeugung", sein erstes groesseres Werk, nach dem kurzen "Grundriss der Naturphilosophie" (1802 ). Oken war damals so arm, dass er ueber jede Unterstuetzung froh sein musste, auch ueber die von Schelling, der ihn zudem 1805 dem Goettinger Anatom Professor Blumenbach empfahl.

In Goettingen erhielt Oken nach seiner Habilitation eine Privat-Dozentur, innerhalb derer er viel beachtete Vorlesungen über Naturgeschichte und Naturphilosophie hielt. Schnell wurde er das, was man heute "Shooting star" nennt: Er war schon bald als Lehrer sehr beliebt und als Wissenschaftler geachtet.

In Goettingen geschah dann, was Okens Leben in den kommenden Jahren stark beeinflussen sollte. Auf einer Exkursion im Harz fand er den gebleichten Schaedel einer Hirschkuh. "Aufgehoben, umgekehrt, angesehen und es war geschehen. Es ist eine Wirbelsaeule, fuhr es mir wie ein Blitz durch Mark und Bein...". Oken formulierte daraus die sogenannte Wirbeltheorie, die besagt, dass sich der gesamte Schädel aus umgestalteten Wirbeln entwickelt hat. In heutigen Lehrbüchern steht, dass lediglich an der Entwicklung der Hinterhauptsregion 3 Wirbel beteiligt waren ("Dreiwirbelregion").

Aus seiner Entdeckung machte Oken seine Antrittsvorlesung, als er 1807 dem Ruf an die Universitaet Jena folgte. Nichtahnend, daß er damit in ein Wespennest trat. Kein geringerer als der Dichterfuerst und Gelehrte Johann Wolfgang Goethe hatte dasselbe nämlich schon 15 Jahre frueher bei einem Fund in Italien herausgefunden. Nur hatte er diese Erkenntnis nicht veroeffentlicht. Da er aber in kleinen privaten Kreisen durchaus darueber diskutiert hatte, war er der unumstößlichen Meinung, Oken habe davon erfahren und sich mit fremden Federn geschmueckt.

Und es kam noch schlimmer: Goethe stellte als erster fest (schon 1784),

dass es beim Menschen die Anlage zum Zwischenkiefer gibt und dass sich deshalb der Mensch durchaus nicht wegen des Fehlens des Zwischenkiefer- knochens vom Tier unterscheidet. Wieder behielt er diesen Fund viel zu lange für sich, wieder hatte Oken dasselbe - allerdings viel später - und unabhaengig von Goethe entdeckt, wieder hatte Oken frueher veroeffentlicht - was für wissenschaftliche Entdeckungen allerdings auch der ueblich Weg war und heute noch ist.

Goethe lebte in Weimar, nur wenige Kilometer von Jena entfernt und hatte

( er war Ende Fuenfzig ) noch immer großen politischen Einfluß. Oken war deshalb in gewissem Masse vom Wohlwollen Goethes abhaengig, was die ersten Jahre in Jena für ihn folglich nicht einfach machte.

Dazu kam, daß Oken alles andere als ein einfacher Mensch war! Er wurde auch in Jena schnell der beliebte Lehrer, er veroeffentlichte eine Reihe von Buechern über Naturphilosophie und Naturgeschichte, er wurde aber auch politisch taetig, und das überhaupt nicht im Sinne des Politikers Goethe. Ab 1816 erschien ( bis 1848 ) seine Zeitschrift "Isis", in der zum einen alle Wissenschaftler, ausser Theologen und Juristen, die Gelegenheit hatten, ihre Entdeckungen einer breiteren Oeffentlichkeit kundzutun, in der aber durchaus auch brisante politische Themen eroertert wurden. Und das sehr zu Mißfallen von Goethe, der von der hier praktizierten Pressefreiheit nichts hielt.

Fast war es logisch, daß sich Oken irgendwann einmal zu entscheiden hatte: Entweder die "Isis" oder die Professur. 1819 entschied er sich für die "Isis",

von deren Ertraegen er jahrelang lebte. 1822 rief Oken die "Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte" ins Leben, die es heute noch gibt und die 2002 in Halle ihre 122. Versammlung abhalten wird.

Eine der großen Leistungen Okens war der Versuch, eine deutsche naturwissenschaftliche Fachsprache zu begruenden. Die Fachbuecher seiner Zeit gab es, wenn nicht in lateinischer, meist in englischer und franzoesischer Sprache. Die Namen der Pflanzen und Tiere waren überwiegend lateinisch. Deutsche Namen existierten nur für die bekannteren Tiere und Pflanzen und auch da variierten die Benennungen oft stark nach Landschaften. Wissenschaftler anderer Laender machten sich daran, die lateinischen Begriffe in ihre jeweiligen Landessprachen zu uebersetzen. Auch in Deutschland war man in dieser Hinsicht nicht untaetig, wenn auch noch nicht sehr erfolgreich.

Oken ging nicht so vor wie andere, er machte sich mit ganz eigenen Vorstellungen an die Aufgabe. Oken wollte ganz neue Begriffe schaffen, nicht einfach Uebersetzungen. Und diese neuen Begriffe sollten Auskunft über die systematische Stellung der jeweiligen Art geben. Dabei hat er den einzelnen Arten selber keine neuen Namen zugeteilt, er suchte ausschliesslich nur welche für systematische Gruppierungen.

Oken war auch hier enorm kreativ, allerdings wohl auch etwas realitaetsfern. Weit über 1000 neue Woerter hat er geschaffen, mit denen er sich auch viel Spott eingefangen hat, von Goethe bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts. Man sollte aber auch wissen, dass sich eine ganze Reihe von Begriffen, die Oken erfunden hat, in unserer heutigen Sprache durchgesetzt haben. Einige Beispiele seien genannt: Kerfe für Insekten, Lurche für Froesche und Kroeten, Echsen, Schleichen (aber nicht: Blindschleiche), Vieh, Nesthocker oder Nestfluechter. Voegel benennt Oken mit uns gelaeufigen Begriffen, wie z.B. Schnaepper, Saenger, Wuerger...

Einige Beispiele für Begriffe, die sich nicht erhalten haben: Ilke für Marder, Focker für Reiher, Gauch für Kuckuck (dieser Begriff ist wohl nicht ganz verschwunden), Gaupe für Huehner, Koeter für Raubtiere (das Wort selbst gab es schon!), Bolke für Wirbeltiere, Mile für Einzeller ("Infusorien" ) oder Sucke für Saeugetiere.

Oken hat seine Wortschoepfungen in seiner Naturphilosophie von 1808 und in seiner dreibändigen Naturgeschichte von 1813-16 vorgestellt und sie benutzt. Er hat aber in seinen spaeteren Werken nur noch wenig davon verwendet.

Abschliessend hierzu ein kleines Gedicht, das Goethe 1809 als "Versus memoriales" auf Okens "Natuerliches System der Erze" geschrieben hat:

Flinze, wenig Erz enthalten's,

Halde! Nu! die sind Gesalzen's,

Malme, sind gut durchsotten,

Gelfe, haetten's bald getroffen.

So, mit mancherlei Gescherze,

Haetten wir die alten Erze.

1827-32 war Oken Professor in Muenchen und wurde 1833 Gruendungsdirektor der Universitaet Zuerich. In Zuerich starb er 1851. Seine politische Betaetigung hatte er aber schon frueher aufgegeben und sich ganz auf die naturwissenschaftliche Forschung konzentriert. Er war enorm fleißig - nur so ist es erklaerlich, dass er ein Werk wie seine "Naturgeschichte für alle Staende" schaffen konnte. Niemand hat es nach ihm noch einmal geschafft, als alleiniger Verfasser eine so umfassende Beschreibung der Natur zu liefern!

Okens 13-baendiges Werk beginnt mit der Mineralogie und endet beim Menschen. Das erste Buch erschien 1833, "des Thierreichs erster Band", das letzte, ein großer Bildband, 1843. Dieses Werk "für alle Staende" war auch eines, das alle lesen konnten, das sehr verbreitet war - und das man heute auch noch lesen kann. Auch aus heutiger Sicht ist die Sprache einfach, verstaendlich und der Inhalt oft hochinteressant. Seitenweise kann man über die eßbaren Schwalbennester lesen oder man erfaehrt, wie man kranke Voegel behandelt, welche Voegel wie schmecken und in welcher Zahl gefangen wurden: In der damaligen Zeit war der Vogelfang noch eine wichtige Erwerbsquelle - unvorstellbar für uns, die wir doch mit dem Willen leben, Voegel und andere Tiere zu schuetzen und zu erhalten. Man erfaehrt aber auch Geschichten, die ins Reich der Fabel gehören: Ein Laemmergeier habe einen Hirtenbuben im Kanton Schwyz von einem Felsen gestuerzt und ihn gefressen!

Man liest auch: Im Kaukasus habe man die Nester des Kaiseradlers angezuendet, um Prometheus zu raechen. Bekanntlich stahl Prometheus den Goettern das Feuer und schenkte es den Menschen. Zur Strafe ließ ihn Zeus an einen Felsen im Kaukasus schmieden, wo ein Adler seine immer wieder nachwachsende Leber zerfleischte.

Um den Strauss mit einem schnellen Pferd einzuholen, muss man alle Muehe anwenden, besonders in einer Gegend, wo viele Maulwurfshaufen sind, in welche das Pferd trabt und stuerzt. Wofern man den Strauss erreicht und einholt, so versteckt er seinen Kopf und mutmasset vielleicht, man saehe ihn nicht, weil er selber niemanden mehr sieht. Oder aber, er schaemt sich vielmehr, daß er den Streit verloren hat und nun unterliegen müsse. Er wird allgemein für dumm gehalten.

Und wer weiss schon, wie man als Reiter sein Leben retten kann, wenn ein Loewe angreift: Abspringen, dem Pferd eine Klaps geben - der Loewe verfolgt das Pferd, nicht den Menschen.

Diese kleinen Beispiele sollen zum Lesen anregen, wobei man dann schnell merkt, daß es durchaus sehr ernste, weiterbildende Bücher sind, die Oken geschrieben hat. Er zitiert zu Hauf und ueberaus engagiert Berichte ab der Zeit von Homer oder Plinius bis zu denen Reisender und Forscher seiner Zeit, um dem Leser einen moeglichst umfassenden Eindruck über die Natur und die Lebewesen zu vermitteln.

Man wird es heute schwer haben, aehnlich ausfuehrliche Tierberichte zu finden wie bei Oken, der mit enormem Fleiss verschiedenste Quellen studiert und angeführt hat. Okens Naturgeschichte ist nicht mehr mit heutigen Büchern zu vergleichen, in denen viel sachlicher, wissenschaftlicher und durchaus nicht immer interessanter über Tiere und Pflanzen geschrieben wird. Das, was das Volk frueher erzaehlt hat, was man damals lesen konnte, das erfaehrt man in den Buechern Okens. Und wer das mag, wer noch nicht der Nüchternheit unserer Zeit erlegen ist, der wird viel Spass beim Lesen haben, der wird aber auch vieles lernen, was heute nicht in den Büchern steht, weil "man es nicht mehr hineinschreibt".

Das Problem, das der Lesewillige, der nun Neugierige, jetzt bekommt: Den "Oken" gibt es in kaum einer Buecherei mehr. Auf eine Neuauflage zu hoffen, ist sehr verwegen. Vielleicht traut sich aber doch mal jemand an diese Aufgabe heran - zu wuenschen wäre es. Solange kauft sich der Idealist sein Okenbuch antiquarisch. Im Internet z.B. werden die Buecher reichlich angeboten. Mit etwas Glueck erhält man eins schon für etwa 50 -70 DM.

Und wie beschaeftigt man sich so ausfuehrlich mit Oken? Es gibt mehrere Moeglichkeiten - "Oken in seiner Zeit" oder "Okens Verhaeltnis zu Goethe" oder "Oken und die Isis" und so weiter. Ich selber habe etwas ganz anderes gemacht. Beim Lesen in Okens Vogelbuch hat mich gestoert, daß mir die dort verwendeten Vogelnamen teilweise nicht gelaeufig waren. Bei der Praesentation der Vogeltafeln aus dem Bildband, vorgesehen im Rahmen des schulischen Projekts, sollte der Betrachter aber die heute ueblichen Vogelnamen lesen koennen. Also machte ich mich ans Uebertragen der deutschen und der wissenschaftlichen Vogelnamen aus der damaligen Zeit in die heutige. Das erwies sich nach Anfangserfolgen als immer schwieriger, motivierte aber so sehr zum Weitermachen, daß ich mich an das gesamte Vogelwerk von Oken machte. Von den etwa 670 dort aufgefuehrten Voegeln habe ich bis auf 5 alle herausbekommen. Die Arbeit war langwierig, fast kriminalistisch, hat aber viel Spaß gemacht.

Wem das nutzen soll? Waehrend der Arbeit war mir dieses Problem eigentlich nicht so wichtig, jetzt denke ich etwas anders darueber: Wer sich für alte Vogelnamen interessiert, wer wissen möchte, wo man einmal welchen Vogel wie nannte, wird einiges erfahren koennen. Wen die Systematik zu Beginn des 19.Jahrhunderts interessiert und was Oken daraus machte, erhaelt hier Antworten. Wer wissen will, welchen Verwandtschaftskreisen man die jeweiligen Voegel damals zuordnete und mit dem heutigen Stand vergleicht, kann sich Anregungen holen. Oder ganz einfach: Wer im Oken-Buch liest oder sich die Bildtafeln des grossen Bildbandes betrachtet, erhaelt Hilfe.

Fuer mich persoenlich fiel noch viel mehr ab: Ich habe den Wissenschaftler, z.T. auch den Menschen Lorenz Oken und die Zeit, in der er wirkte, sehr viel besser kennengelernt. Solche Arbeit mit der Vergangenheit fuehrt zudem zu einer enormen Erweiterung des eigenen Horizontes. Darueberhinaus habe ich über die Vogelwelt viel gelernt und besitze nun Buecher, von deren Existenz ich vorher nichts wußte. Und: Ich habe den Wert alter Buecher wieder einmal kennengelernt. So haben mir die Vogelbaende von Brehms Tierleben (1911-13) oder das Buch von Russ über "Fremdlaendische Stubenvoegel" (1901) sehr oft weitergeholfen, wenn ich in der moderneren Literatur an Grenzen gestossen war.

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Stand: 18.04.2009